Aby Warburg: Tiefer Einblick in die Denkwerkstatt eines brillianten Außenseiters

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Jean-Paul Sartre nannte Gustave Flaubert in seiner berühmten Studie – sicherlich nicht zu Unrecht – den Idioten der Familie. Was anmaßend klingen möge, ist vielleicht im Falle Sartres mehr Selbststilisierung als Fremdzuschreibung und trifft auch sehr gut auf den Verfasser der Werke, die in einer Taschenbuch-Neuerscheinung (stw) in einem Band bei Suhrkamp nunmehr vorliegen , zu.

Aby Warburg, recte: Abraham Moritz, ältester Sohn einer jüdischen Bankiersfamilie in Hamburg, der sein Erstgeborenenrecht statt für das berühmte Linsengericht um Bücher verkauft haben soll, gehört zu den wesentlichen historischen Stichwortgebern der Methodeninstrumentarien, die heute als Kulturwissenschaften zusammengefasst werden, und aus den aktuellen interdisziplinären Debatten in den heute ebenfalls so bezeichneten Fächer und Disziplinen von der Germanistik über die Musikwissenschaft bis hin zur Sinologie diskutiert werden.

Was den Aby Warburg, der Kunstgeschichte studiert hat, auszeichnet, dass macht die vorliegende Veröffentlichung deutlich. Ein untrüglicher wissenschaftlicher Instinkt und Feingefühl, ein Blick für seine Gegenstände und ein anregender Schreibstil, der die Wichtigkeit der eigenen Forschung anerkennt doch nicht überbetont.

Eine Besprechung diese Taschenbuchausgabe eines bereits 2010 erschien Bandes, der von Martin Treml, sigrid Weigel und Perdita Ladwig herausgegeben worden ist, finden Sie demnächst hier.

 

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