Die Renaissance: Ein stilles Ende und ein neuer Morgen

Nicht erst seit Erwin Panofsky [1], steht fest, dass die Renaissance ein nicht ganz singuläres Moment, aber dennoch ein bedeutsames in der europäischen Kulturgeschichte war. Über das „war“ könnte man sogar streiten, denn sie ist es vielleicht immer noch. Sie wirkt nach bis in die Grundfesten unseres Denkens und Handelns und dies wird hier ohne Pathos und Überhöhung festgestellt. Dunkles, ja, das gibt es freilich auch, man denke an eine Figur wie den „Komponisten“ Carlo Gesualdo oder an die Konsequenzen, die Niccolò Machiavelli notwendiger Weise für den idealen Fürsten in seinem Il Principe zieht.

„Unsere“ Wahrnehmung dieser Epoche im engsten Sinne des Begriffes ist aus wissenschaftlicher Perspektive durch zwei Denker geprägt, die hier kurz Erwähnung finden dürfen: Jacob Burckhardt und Johan Huizinga. Burckhardts Die Cultur der Renaissance in Italien ist ein Schatz der Wissenschaftsgeschichte, wie es auch Huizingas Herbst des Mittelalters ist. Deutlich wird allerdings, wo der eine den Aufbruch in eine neue Ordnung bejubelt, bleibt der andere skeptisch und stellt fest, die vielbeschworene Wiedergeburt ist auch ein Ende, nicht nur ein Anfang.

Bernd Roeck, der seit 1999 Professor für Neuere Geschichte an der Universität Zürich ist, hat beim Traditionhaus C.H. Beck mit dem Buch Der Morgen der Welt – Geschichte der Renaissance eine vielversprechende Antwort auf viele Fragen im Zusammenhang mit dieser Kehre der Kulturgeschichte in Spiel gebracht.

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[1] Erwin Panofsky: Die Renaissancen der europäischen Kunst. Aus dem Englischen übersetzt von Horst Günther, Frankfurt am Main 21984.

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